Dachschaden

Mittwoch, 19. April:
Aufräumtag. Es ist unendlich viel liegengeblieben während der Kar- und Ostertage. Zehn Gottesdienste in zehn Tagen. Da war nicht viel Zeit für andere Tätigkeiten. Jetzt ist es ruhiger. Ich gehe meine mails durch.
Anfang März hatte ein Sturm einige Ziegel vom Kirchdach geweht. Ein fitter Mann aus dem Kirchenvorstand konnte das reparieren. Gott sei Dank! Es wäre schlecht, wenn es hereinregnet. Allerdings: Was passiert beim nächsten Sturm?
Die Ziegel zwischen Turm und Schiff müssen besser verklammert werden, meinte der Kirchenvorstand, denn durch die Düsenwirkung werde bei starkem Wind ein Unterdruck erzeugt, der zum Abheben und Abgleiten der Bieber und damit zum Öffnen der Dachhaut führt. Außerdem würden durch den Turm Wirbelfahnen erzeugt, die über die Dachhaut auf der Nordseite wandern und die Bieber zum „Flattern“ bringen. Durch diesen Vorgang brechen die Bieber etwa horizontal in der Mitte, oder gleiten aus ihrer Verankerung.
Ich war froh, dass der Kirchenvorstand so viel Sachkenntnis hatte. Also hatte ich mit dem Staatlichen Bauamt in Nürnberg telefoniert, denn auf der Kirche liegt staatliche Baulast. Das Bauamt wurde aktiv und es fand ein Ortstermin mit einem Vertreter des Kirchengemeindeamts, des Bauamts und uns von der Kirchengemeinde statt.
Die erste Idee, ein Dachdecker könne gesichert durch das Fenster auf das Dach gelangen und dort arbeiten, wurde verworfen. Die Arbeitssicherheit schreibt vor, dass bei Tätigkeiten über drei Meter Höhe ein Gerüst aufgestellt werden müsse. Also muss ein Gerüst her. Und ein Dachdecker beauftragt werden.
Ich hatte gehofft, dass die Angelegenheit damit ihre Wege gehen würde. Dann kam eine mail des Staatlichen Bauamts. Im Kirchdach gibt es einen Nistplatz für Wanderfalken. Wir hätten zwar gesagt, die Einrüstung für die Dachreparatur würde den Nistplatz des Falken nicht berührten Man könne jedoch sehr nahe herankommen. Dies müsse auf jeden Fall vor Gerüststellung mit der unteren Naturschutzbehörde geklärt werden und die Brutzeit des Falken beachtet werden.
Ich lese die mail noch einmal. Bei allem Respekt vor Arbeitssicherheit und Naturschutz: Das Konglomerat von Vorschriften und Behörden macht mich sprachlos. Ich vertage die Angelegenheit.

 

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