Sonntagvormittag

Sonntag, 2. April:
Um 8.30 Uhr beginnt der Gottesdienst in Kriegenbrunn. Die kleine Wehrkirche ist erstaunlich voll. Wir singen „Befiehl du deine Wege“ und den Introitus, wir hören Lesungen nach der Luther-Übersetzung. Ich predige über den Predigttext des Sonntags. Alles sehr normal und gerade deswegen schön. Gut gelaunt halte ich noch ein Pläuschchen, dann setze ich mich ins Auto und fahre nach Frauenaurach.

Auch dort ist die Kirche gut gefüllt. Viele jüngere Leute sind dabei. Ich finde einen Platz in der vorletzten Reihe, denn diesen Gottesdienst hat unsere Diakonin mit den Konfis vorbereitet. Da darf ich einfach nur da sein und mich daran freuen, was die Konfis sich ausgedacht haben. Die Konfi-Band spielt schwungvolle Lieder. Sie sind mir unbekannt, aber es gibt ein Liedblatt. Und nachdem die Musik recht laut ist, hört eh keiner, wenn ich falsch singe. Die Konfis nageln Thesen an eine Tür, lesen Bibeltexte aus einer modernen Übersetzung, sagen ihre Gedanken dazu. Dann sollen wir alle Psalm 23 mitsprechen. Auswendig. Zu meiner Überraschung bekommen es viele hin. Nach dem Gottesdienst diskutiere ich mit zwei Frauen, wann welche Konfirmation ist. Die diamantene, die eiserne, die Gnadenkonfirmation.

Danach geht es wieder zurück nach Kriegenbrunn. In der Frühlingssonne vor der Kirche wartet eine Taufgemeinde auf mich. Alle setzen sich in die vordersten Reihen, das hat man selten. Wir singen „Vergiss es nie“ und „Ins Wasser fällt ein Stein“, hören, wie Jesus die Kinder zu sich ruft und seinen Jüngerinnen und Jüngern befiehlt zu lehren und zu taufen. Ich predige über den Taufspruch und die Raupe Nimmersatt. Das Taufkind ist unruhig und beschäftigt die Eltern. Zum dritten Mal am Vormittag spreche ich Glaubensbekenntnis und Vaterunser. Danach ist die Taufgemeinde gut gelaunt, auch das Taufkind, und die Eltern haben Hunger. Ein Großvater des Täuflings meint, ich sei vermutlich ein spiritueller Mensch, und schenkt mir ein Buch über Wunder der Seelenheilung. Ich verabschiede mich und fahre heim.

Drei Gottesdienste, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und alle waren sie auf ihre Weise gut.

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